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Bilder, Kritiken

Szenenbilder zu unserer Produktion "Frack&Co" 
Unsere Produktion "Zyankali on the Rocks" mit Liedern von Georg Kreisler war sehr erfolgreich.
Aus Lizenzgründen können wir hier nur den Anfang zeigen.
 
Wir feiern gerne - mit allen Konsequenzen
Szene nach der Premiere von "Beziehungsweisen"
Bilder aus unserer Produktion "Beziehungsweisen"

Kritik zu Frack und Co
Haller Tagblatt 25.10.2017


Meucheln und Heucheln
im Theaterkeller Schwäbisch Hall


Ohne Moos nix los, ohne Hose dafür umso mehr: Mit der Wiederaufnahme ihrer Produktion „Frack & Co“ bewegen sich die Achtlosen schwerelos in der erstbesten Wiener Gesellschaft.
Beatrice Schnelle
Drei feine Damen beim unfeinen Tratschen: Society-Lady Hilde Stadelmaier, Politikergattin Margarete Friz und Gräfin Christine Tischler (von links) lieben teuren Schmuck und die falschen Männer.  Foto:  Beatrice Schnelle
Musical, Musikrevue oder musikalische Komödie? Wie man es auch immer nennen will: Mit der Wiederaufnahme von „Frack & Co“ machen die Achtlosen das, was sie am besten können. Nämlich mitnichten achtlos, sondern sehr einfühlsam aus kultigen Chansons sowie launigen Liedchen, die zu Unrecht in der Mottenkiste der Zeit verschwunden sind, eine farbenprächtige und witzige Geschichte weben.
Das Rohmaterial, das Margarete Wollmann, kreativer Kopf der Truppe, zu diesem Zweck über Jahre hinweg gesammelt hat, umfasst rund 2000 Preziosen, die als gemeinsames Merkmal Meisterstücke der komischen Dichtkunst in einschmeichelnde Melodien hüllen. Den thematischen roten Faden bilden die Liebe und sonstiges Chaos, das seit Adam und Eva aus dem komplizierten Mit- oder Gegeneinander der Geschlechter erwächst.

Außereheliche Verwicklungen

Diesmal bekommt es Walter Wollmann, als Inhaber eines Wiener Geschäfts für Damen- und Herrentextilien, mit der High Society der österreichischen Schmäh-Metropole zu tun. Meucheln und heucheln lautet die Devise. Was mit einem Gattenmord und einer gestohlenen Frackhose in finsterer Gasse beginnt, setzt sich im Hause „Frack & Co“ als Reigen ehelicher bis außerehelicher Verwicklungen fort, und endet schließlich mit einem glitzernden Paukenschlag während einer rauschenden Ballnacht im eleganten Hotel Savoy.
Die Vorlage für den Plot sei eine wahre Begebenheit, von der die Achtlosen bei einem Gastspiel mit anschließendem Ballbesuch in seiner Heimatstadt Kenntnis erlangt hätten, schwört Walter Wollmann, in dessen Adern echtes Wiener Blut fließt. Ein Ensemblemitglied habe seine Frackhose in Hall vergessen, ohne Frack sei „Mann“ bei gesellschaftlichen Ereignissen an der schönen blauen Donau aber verratzt. Anlässlich der Vervollständigung des Outfits in einem Anzugverleih namens Frack & Co habe man ihnen die haarsträubenden Erlebnisse eines prominenten Herrn anvertraut.
Im für die Aufführung längsgeteilten Theaterkeller haben die zehn Protagonisten reichlich Auslauf und sie nutzen ihn. Wolf Döhner gibt aalglatt den kurzfristig hosenlosen Staatssekretär, der in Sachen Geldgier seiner lebenshungrigen „Schwarzen Witwe“ (sonnengelb und überzeugend überkandidelt: Margarete Friz) durchaus die Hand reichen kann, was er letztlich auf überraschende Weise auch muss.

Feuchte Träume

Hilde Stadelmaier senkt mit kühler Arroganz die Raumtemperatur auf den mondänen Gefrierpunkt, doch die hüft- und peitschenschwingende Trallalla-Domina Inge Difflipp taut den Laden umgehend wieder auf. Esmee Water macht als junges, blondes Gift ihrem wohlhabenden Sugardaddy die Hölle heiß (darob tiefbetrübt: Walter Schmidt als Kammersänger Professor Schreier) und Christine Tischler entwickelt sich von der staubtrockenen Gräfin Hasenbühl in eine schmach­tende Frau mit feuchten Träumen. Brian 06 alias Mirco Neubert verkörpert eine brisante Mischung aus Ladenhüter, Callboy und Agent 007, wobei seine eigentliche Aufgabe ebenso wie die von Mike Rose 04 (unbestechlich: Georg Gaukel) darin besteht, den armen Staat Österreich vor all diesen Zierden der Menschheit zu schützen.
Die ohnehin schimmernde Reimeslust ihrer Lieder wienern die Darsteller mimisch und tänzerisch hingebungsvoll auf Hochglanz. Wie immer bringt Sibylle Krantz, die Kölner Haus- und Hofregisseurin der Achtlosen, ihre Laienschauspieler geschickt in Stellung. Als Solisten, Damen-, Herren- oder gemischter Chor werden alle zu Meistersängern, und wenn es mal schief klingt, dann passt es gerade darum hervorragend zu diesem wunderbar schrägen Bühnenvergnügen.
Info Noch fünf Mal spielen die Achtlosen „Frack & Co“im Theaterkeller. Die Termine: 17. und 18. November, 23. November sowie 8. und 9. Dezember. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.



Kritiken des Jahres 2016


Haller Tagblatt

Schwäbisch Hall
Liebevoller Liederabend

Wer schön sein will, muss hier nicht leiden, sondern lachen: „Die AchtLosen“ servieren im Haller Theaterkeller am Hafenmarkt einen köstlichen, musikalischen Abend rund ums gute Aussehen.
Beatrice Schnelle | 23.11.2016




                                                             Bild: Beatrice Schnelle
Hahn im Korb zu sein ist „Einfach schön“: Hilde Stadelmaier, Annegret Paerschke und Margarete Friz umgarnen Hans Werner Schmidt mit süßen Gesängen beim Liederabend der „Achtlosen“.

Selten war ein Titel zutreffender: „Einfach schön“ heißt das neueste Kabinettstück der Gruppe „Die AchtLosen“. Bei dem hingebungsvoll gesungenen Reigen aus Evergreens, Chansons und Opern-Arien macht die Zuschauer nur eines traurig – nämlich, dass dieses mitreißende Vergnügen nach einer Stunde schon wieder vorbei ist.

Das Bühnenbild besteht aus einem schlichten Wartezimmer. Es stellt sich heraus, dass der Raum im neuen Haller Ärztehaus stationiert ist, wo, wie „Patient“ Hans Werner Schmidt bemerkt, selbst ein Therapeut für narzisstische Störungen zur Verfügung steht. Dieser nimmt sich der vier Damen an, von denen sich jede für die Allerschönste überhaupt hält. Da sich Frauen aber vorwiegend für die Männerwelt aufbrezeln, genießt es Schmidt – der im richtigen Leben Leiter des Goethe-Instituts ist –, sich von den schrill gewandeten Grazien anhimmeln zu lassen.

In Miss-Piggy-Pumps (Annegret Paerschke) und knallroten Lack-Stilettos (Inge Difflipp), Glitzerstrümpfen (Hilde Stadelmaier), rosakariertem Schneiderkostüm nebst Perlenkettchen (Margarete Friz) fühlen sie sich „pretty, oh so pretty“. Sie sehnen sich nach dem perfekten Attraktivitätsmix („zur Hälfte Sex, zur Hälfte Appeal“), stellen den Schönheitswahn jedoch auch in Frage („Bin das noch ich? Statt Augenbrauen ein Strich?“). Sie beträllern solo oder im glockenklaren Chor den Kampf um eine schlanke Figur.

Die drei Männer sind, ganz wie im richtigen Leben, vorwiegend zum Stänkern da. Wolf Döhner im frankophilen Baskenmützen-Outfit liebt das Mädchen mit den drei blauen Augen, Regisseur Walter Wollmann beäugt die überkandidelten Ladys mit grimmiger Miene und richtet schließlich die Zauberflöten-Arie „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“ nicht etwa an sie, sondern an eine mysteriöse Angebetete, deren überraschende Natur sich erst am Ende offenbart und die Verschmähten zu Recht erzürnt.

Dass sie den stoffligen Kerlen dennoch zugeneigt sind, bekennen die Schönheiten in ihrer perfekt auf Schwäbisch geswingten Version von „Bei mir bistu shein“. Ein Auszug: „Bei mir bisch du schee, mei Herz dud mir weh, wenn i di seh, da bin i halber hee …“.

Das Lieder-Arrangement stammt von Marlene Wollmann, die das Schönheits-Spektakel am Klavier begleitet. Für die ebenso bösen wie genial gereimten Chansons von Georg Kreisler hat sie die Aufführungsrechte vom Künstler, als er noch lebte, persönlich erhalten.

Als Fazit dieses liebevollen Liederabends kann eine Zeile aus dem Lied über den schönen Sigismund gelten: „Man soll doch froh sein, dass es sowas Schönes gibt.“

Info
Wer sich die Aufführung ansehen will: Im Januar – an einem Termin, der von den „AchtLosen“ noch bekannt gegeben wird – wird es im Theaterkeller noch einmal heißen: „Einfach schön“.


Gelegentlich spielen wir zusätzlich zu unseren Auftritten im Theaterkeller auch auswärts 


Gaildorfer Rundschau

GAILDORF REINHOLD HARING | 20.04.2016

Spiel und Gesang auf hohem Niveau Feuerwerk aus Ironie, Satire und Romantik: "Die Achtlosen" über Beziehungen
Die Haller Revue-Theatergruppe "Die Achtlosen" ist beim Gaildorfer Schlosskonzert aufgetreten. Das Publikum war begeistert.



Bild: Reinhold Haring
von links: Walter Wollmann, Wolf Döhner ( verdeckt), Margarete Friz, Hans Werner Schmidt, Mirco Neubert, Hilde Stadelmaier


Singen, streiten und ein VHS-Programm zusammenstellen: "Die Achtlosen" bei ihrem Auftritt im Wurmbrandsaal des Alten Schlosses. 

"Beziehungsweisen" - so heißt das aktuelle Programm, in dem sich die Gruppe "Die Achtlosen" mit Beziehungen auseinandersetzt. Um die Handlung in einen überschaubaren Rahmen zu packen, wird sie in eine Sitzung der Volkshochschul-Verantwortlichen gelegt, in der das Programm des nächsten Semesters festgelegt werden soll. Während dieser Sitzung werden die Facetten der Beziehungswelt erlebt, durchgespielt und vor allem musikalisch dargeboten. Dass dies eine spannende Sache sein kann, wird bei der Auswahl der Lieder deutlich: Das Spektrum reicht von "Aber meine Liebe zu Dir ist echt" (Pelle Pershing) über "Jetzt oder nie" (Udo Jürgens) bis hin zu "Küssen kann man nicht allein" (Max Raabe). Auch die Literatur kommt nicht zu kurz - in Form eines vertonten Gedichts von Heinrich Heine.
Ihren Schwung nehmen die Akteure selbst dann mit, wenn sie nicht unmittelbar an der Handlung beteiligt waren. Sie sind immer in Bewegung, zeigen Leichtigkeit. Obwohl die Darsteller keine Profis sind, wirken sie keinesfalls laienhaft, spielen und singen auf einem sehr hohen Niveau. Sie sind nicht perfekt, ihnen zuzuhören macht aber Spaß. Und die Akteure sorgen mit ihrer Mimik immer wieder für einen Lacher.
Neben dem Gesang gab es auch kurze, aber treffende und manchmal versteckte Anspielungen. So wurde die Sendung "Germany's next Topmodel" auf die Schippe genommen. Es ging auch um die "Kursinflation". Schon die Titel der vorgeschlagenen Kurse erzeugten Lacher: "Paare in der Krise - die Lust am Scheitern" wurde ebenso vorgeschlagen wie "Reifen statt altern" oder "Diese blöde Kuh - Konkurrenz unter Frauen". Das gehörte zum Themenblock "Psychologie, Esoterik und Gedöns".
Zum Abschluss wurde dann, der deutschen Mentalität entsprechend, noch ein wenig gejammert - mit Max Raabes "Ich bin nur gut, wenn keiner guckt". Dies traf an diesem Abend aber nicht zu. "Die Achtlosen" waren gut in dem ausverkauften Saal, in dem mehr als 100 Gäste dem Feuerwerk aus Ironie, Satire und Romantik zusahen. Sie waren so gut, dass sie zwei Zugaben hinterherschicken mussten.





 
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